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Patronatskirche in Wölkau

Die Wölkauer Patronatskirche ist während der gesamten Sommersaison an Sonntagen zu besichtigen. Der Turm ermöglicht eine gute Rundumsicht über die Umgebung. In Turm, Kirchenschiff (derzeit noch ohne Dach) und Nebengelassen finden Ausstellungen statt. Das Kirchenschiff ist Ort regelmäßiger Open-Air-Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Kabarett usw.). Im Turm der Kirche ist eine innovative multimediale Ausstellung (MediaKirche Wölkau) zu erleben.

Über aktuelle Veranstaltungen in der Partonatskirche informieren Sie sich bitte auf den Internetseiten des Vereins Patronatskirche - Kunst & Kultur Wölkau e. V..

Die Geschichte der Patronatskirche

(Quelle: Patronatskirche - Kunst & Kultur Wölkau e. V.)

Vor der Patronatskirche...

In der Chronik wird als Vorläufer der Patronatskirche zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ein “klein Kirchlein" erwähnt, das nach dem Krieg, ebenso wie die Kirchen in Großwölkau und Krensitz, ... immer mehr zu Ruinen wurden”. In den folgenden Jahren wurden an den genannten Kirchen offenbar nur die notwendigsten Reparaturen ausgeführt. 1659 hatte der Kurfürstlich Sächsische Kammerherr und Rittmeister Christoph Vitzthum von Eckstädt das Rittergut Wölkau erstanden. Er entschloss sich später auch, die Kirche in Kleinwölkau auf seine Kosten neu aufbauen zu lassen. Dieses Vorhaben ist in einer Urkunde vom 29. Oktober 1680 festgeschrieben worden.

Die Patronatskirche entsteht...

In der Chronik zur Kirche ist festgehalten, dass der Baubeginn im Jahre 1680 erfolgte. Der Bau war in den folgenden Jahren soweit vorangekommen, dass am 28. April 1684 der Turmknopf aufgesetzt werden konnte. Als Baumeister wird Johann Georg Steinböck, Bürger und Steinmetz aus Dresden, genannt. Der Kirchenbau war zu Ende des Jahres 1687 abgeschlossen. Die feierliche Einweihung erfolgte in einem längeren Gottesdienst am 25. Januar 1688 durch den damaligen Superintendenten D. Kunad aus Eilenburg.

Eine Geschichte architektonischer Missgeschicke...

In der Chronik wird in Folge über zahlreiche, immer wieder notwendige Reparaturen berichtet. So bereits 1704, 26 Jahre nach der Vollendung, schrieb der damalige Vitzthumsche Gerichtshalter E . Christoph Risch: “...Die Reparatur der Kirche ist höchst nötig... “. So mussten entsprechende Dach- und Fensterreparaturen vorgenommen werden. Auch wurden damals schon Risse sichtbar , die eine ungenügende Ausbildung des Fundamentes zeigten.

Im 18. Jahrhundert folgte eine Kirchenreparatur der anderen. So mussten 1713 die Haube, 1722 die Wetterseite und 1752 der Kirchturm repariert werden. 1774 erfolgte die Erneuerung der Orgel, 1776 die Neueindeckung des Turmes und die Ausbesserung des Turmknopfes, 1791 eine Großreparatur des Daches (verfaulte Balken ausgetauscht, 3000 Mauersteine verbaut und 20.000 Dachsteine neu verlegt) und 1798 eine Reparatur des Schieferdaches und der Turmkuppel.

1836 zeigten sich erneut große Risse am Gewölbe (es fielen Steine und Kalk herunter), die in der Folgezeit dazu führten, dass mehrere Gutachten zur Zustandsbewertung der Kirche in Auftrag gegeben wurden.

Am 15. März 1845 wurde die Kirche geschlossen. Die notwendige Reparatur erfolgte aufgrund der unterschiedlichen Standpunkte des Patronatsherren und der Gemeinde zur Übernahme der Kosten zunächst nicht, bis sich 1854 die Schwester des Patrons, Frau Mathilde Auguste von Heineken, geb. Gräfin Vitzthum von Eckstädt, bereit erklärte, die Reparaturkosten aus eigenen Mitteln zu übernehmen. So begannen am 8. Juni 1855 die Restaurierungsarbeiten, die auch bauliche Veränderungen einschlossen.

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Der Kreisbaumeister wird in der Chronik im Juni 1855 mit folgenden Worten zitiert:

“Der Kirchenbau schreitet gut voran, der Bogen über dem Altar ist bereits fertig und auch die Strebepfeiler in der Sakristei und im herrschaftlichen Stuhl steigen in die Höhe. Der Bogen zwischen Turm und Kirche ist dahingehend abgeändert, dass hier eine 5 m breite und 8 m hohe Türöffnung gebildet ist, wodurch jedenfalls mehr Halt und der Vorteil einer besonderen Vorhalle im Turm erlangt ist”.

Ein eiserner Balken wurde zwischen Nord- und Südwand eingezogen. Unter sachgemäßer Leitung des Bauführers Zacharias aus Halle und bereitwilliger Leistung der nötigen Hand- und Spanndienste seitens der Gemeinde konnte die Kirche am 4. November 1855 durch den Superintendenten Pfarrer Schenk feierlich eingeweiht werden. Die neue Orgel wurde Pfingsten 1856 von dem Orgelbaumeister Geister aus Eilenburg aufgestellt und die Turmuhr im August 1857 durch den Ratsuhrmacher J. H. May aus Halle in Betrieb genommen. Beides sowie eine weitere Reparatur der Turmkuppel im Jahr 1860 wurden ebenfalls durch Frau von Heineken finanziert.

Bereits im Jahr 1903 wird in der Chronik wieder von einer Reparatur berichtet, die den vollständigen Abputz, die Ausbesserung von Rissen über den Fenstern und hinter dem Altar sowie die Instandsetzung der Schieferbedachung und des Turmknopfes beinhaltete. 1905 musste die Bausubstanz erneut gesichert werden. Es wurden Fenster zugemauert und Grüfte zugeschüttet.

Das vorläufige Ende...

In den folgenden Jahren sind trotz des schlechten baulichen Zustandes keine baulichen Maßnahmen bekannt. 1963 entstanden schließlich größere Dachschäden. 1969 stürzte das Gewölbe ein. Ursache war sicherlich, dass das ebenfalls defekte Mauerwerk die großen Schubkräfte aus dem zu flach ausgebildeten Gewölbe nicht mehr aufnehmen konnten.

Nach Jahren der Unsicherheit über den Fortbestand der Kirche (der Gemeinderatsbeschluss zum endgültigen Abriss lag bereits vor!), konnten durch besondere Initiative es Landkreises Delitzsch mit finanziellen Mitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen ab 1992 umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.

... und die Wiederauferstehung...

Am Turm erfolgte eine Verstärkung des Fundamentes durch den Einbau einer Fundamentplatte im Bereich der Krypta, der Ersatz der unbrauchbaren Deckenbalken durch fünf mit dem Mauerwerk des Turmschaftes verbundenen und verspannten Stahlbetondecken, der Ersatz des Fachwerkes im Turmoktogon durch Leichtbeton, der Neubau der Turmhaube mit Laterne einschließlich Schieferdeckung entsprechend der historischen Vorlage, die Instandsetzung des Portales, die Erneuerung des Innenputzes sowie der Einbau einer Stahltreppe.

Am Kirchenschiff wurden die verwitterten Mauerkronen durch neues Mauerwerk sowie einen Stahlbetonringanker ersetzt, zusätzliche Verankerungen im nördlichen Anbau vorgenommen, alle Gesimse, Fenstergewände und das Maßwerk der Fenster instandgesetzt, die Windleisten durch Edelstahlanker gestützt, die Mauerkrone, Strebepfeiler, Gesimse und seitlichen Anbauten mit Kupferblech abgedeckt, das Mauerwerk ausgebessert, der gesamte Außen- und Innenputz erneuert, die Anbauten zur weiteren Nutzung ausgebaut und der Plattenbelag des Fußbodens wieder hergestellt. Entlang der Innenwände des Schiffes sind Glasdächer befestigt und elektrische Anschlüsse vorgesehen.

Der vollständige Wiederaufbau der Kirche war auf Grund begrenzter finanzieller Mittel nicht zu erreichen. Die Wiederherstellung des Kirchendaches, die sich der Verein “Patronatskirche - Kunst & Kultur Wölkau e. V.” auf die Fahnen geschrieben hatte, ist leider durch den Ausfall eines angekündigten hohen Spendenbetrages in weite Ferne gerückt.

Kontakt

Gemeinde Schönwölkau
Parkstraße 11
04509 Schönwölkau
OT Wölkau

Tel.: 034295 7920
Fax: 034295 792-22
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